Läuft doch!

Wir wussten alle nicht so recht, wie es werden würde, nach den wilden Wochen, die hinter uns allen liegen. Buchstäblich in letzter Minute wurde uns die Durchführung des Laufes ermöglicht und auch wenn es um eine Woche verschoben werden musste, machten sich doch immerhin 22 Läufer und 3 Radbegleiterinnen auf den Weg vom Waldhotel in Wandlitz in Richtung Norden. Und eines hat sich auch auf Grund der letzten Wochen nicht geändert – oder hat sich vielleicht noch mehr herauskristallisiert: Es wurde ein Lauf unter Freunden.

Wie versprochen kamen unsere Läufer an einigen Schönheiten und kulturellen Städten des Barnims vorbei in diesen zwei Tagen: Liepnitzsee, Schleusengraf, Werbellinsee waren Highlights am ersten Tag (und natürlich das vom Baltic Run bekannte Tagungshotel Hubertusstock); am zweiten Tag waren dann u.a. Joachimsthal, das Kloster Chorin oder der Finowkanal am Rande der Strecke zu sehen, bevor es wieder nach Wandlitz zurückging. Dazu so viel Natur, dass der (vermutete) Mangel daran in den letzten Wochen ausgeglichen wurde.
So nahmen auch die allermeisten Läufer den Lauf als Genuss- und Trainingslauf, bei dem es mal nicht um Platzierung und Zeiten ging, sondern einfach um eine der schönsten Nebensachen der Welt. Wobei die Geschwindigkeit, in der solch ein „Trainingslauf“ absolviert wird, naturgemäß von Athlet zu Athlet sehr stark schwankt. Wähend Stu Thomas und Annette Müller (die auch schon mal gemeinsam beim Baltic Run sehr flott unterwegs waren) am ersten Tag die 57 km in 333 Minuten zurücklegten (brutto), was einem Schnitt von 5:50 entspricht, waren andere Läufer 3 Stunden länger unterwegs. Und da der Schleusengraf nicht nur geöffnet, sondern auch sein Bier auf Betriebstemperatur gekühlt hatte, hätte ich vermutlich locker 4-5 Stunden mehr gebraucht, als unser Führungsduo.
Aber zum Glück konnte ich im Ziel warten und die Läufer zur tollen Leistung beglückwünschen. Ein bisschen „vorsichtig“ mussten wir dabei sein, da die Betreiber vom Jagdhotel im Etappenziel extrem nervös waren in Bezug auf behördliche Kontrollen. Aber auch das konnten wir umschiffen und haben uns trotz „Hygiene-Hubert“ (ein aufdrigliches „Maskottchen“, das buchstäblich omnipräsent war im Hotel und einen daran erinnerte, was sowieso seit Wochen bekannt ist) sehr wohl gefühlt im Hotel.

Da sich am ersten Tag die Genuss- und Noch-mehr-Genuss-Läufer herauskristallisiert hatten, machten wir am zweiten Tag zwei Startgruppen auf. Es konnte um 9 Uhr gestartet werden oder auch um 10 Uhr. Zur frühen Stunde gingen dann 10 Läufer auf die Strecke (und 2 Radlerinnen) und eine Stunde später noch 7 (+ 1 Radlerin). Ihr seht: Wir hatten von Samstag zu Sonntag einigen Schwund zu verzeichnen – was für mich aber nur allzu verständlich ist. Die Trainingsumfänge waren bei den meisten in den letzten Monaten auf ein Minimum zusammen geschrumpft und so steckte die erste Etappe vielen einfach sehr in den Knochen. Zudem war es eines der ersten heißen Wochenenden und für Sonntag waren noch mal deutlich höhere Temperaturen vorausgesagt. Aber gerade weil es ja ein Lauf unter Freunden war, konnte auch recht flexibel und individuell entschieden werden. So haben sich Sascha und Ullrich zum Beispiel (unabhängig voneinander) dazu entschieden, am Sonntag einfach auf kurzem Weg zurück nach Wandlitz zu laufen, statt den Barnim vollends zu erkunden. Natürlich nicht ohne dabei noch mal bei Jörg Käferstein – dem Schleusengrafen in Marienwerder – und seiner Frau Susanne Halt zu machen.

Die Aufteilung hat sich gut bewährt, sodass an dem sonnigen Sonntag tatsächlich das Feld noch lange beisammen bliebe und zwischen 17 und 18 Uhr gefühlt 80% der Läufer in Wandlitz ankamen. Dort hatten wir erneut einen sehr schönen Abend zusammen, konnten noch mal das Wochenende Revue passieren lassen und sorgten nebenbei auch dafür, dass das Finisher-Bier leer wurde.
Stu hatte erwartungsgemäß auch die zweite Etappe mit großem Vorsprung angeführt, sodass er als Gesamtsieger ins Ziel kam. Bei den Frauen war Anke Schülke die schnellste, wobei sie sich am zweiten Tag sogar noch arg verlaufen hatte. Aber wie schon gesagt: Zeiten und Plätze waren gar nicht so wichtig – es war wichtig und schön, dass wir alle zusammen waren.

Hoffen wir, dass es demnächst dann wieder mehr „Läufe unter Freunden“ (gerne dann auch wieder mit mehr Wettkampf-Charakter) gibt und dass wir uns dann bei der einen oder anderen Gelegenheit wiedersehen.

Stefan

P.S.: Fotos vom Lauf folgen noch im nächsten Blog-Eintrag

P.P.S.: Die Zeiten findet ihr in der Ergebnisliste.

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